Fiktive Suche nach dem Atommüll-Endlager

Infostand und Erinnerung an Fukushima am 11. März 2017 im Mülheim

Themengebiet:
Energiewende

Sechs Jahre nach dem verheerenden Atomunfall im japanischen Fukushima will die Greenpeace-Gruppe Mülheim-Oberhausen mit einer Aktion in Mülheim-Stadtmitte auf die Gefahren von Atommüll auch in Deutschland hinweisen.

Am Samstag, 11. März 2017, 10 bis 13 Uhr, stehen die ehrenamtlichen Aktivisten am Kurt-Schumacher-Platz vor dem Mülheimer Einkaufszentrum Forum, um zu informieren. Die Gruppe greift dazu die aktuelle Diskussion in Deutschland um die Suche nach einem Endlager für atomaren Müll auf. In einem fiktiven Beispiel soll ein Endlager-Platz in Mülheim gefunden werden. Auf diesem Weg wollen die ehrenamtlichen Aktivisten mit Interessierten ins Gespräch kommen.

In Deutschland beginnt die Endlagersuche

Erst in dieser Woche hat die Bundesregierung ein Gesetz zur Endlagersuche auf den Weg gebracht. Bis zum Jahr 2031 soll ein endgültiger Lagerplatz für hochradioaktiven Müll gefunden werden. An diesem Standort muss für eine Million Jahre die Sicherheit gewährleistet sein. Laut Bundesumweltministerin Hendricks (SPD) soll die Endlagerung des hochradioaktiven Abfalls an diesem Ort 2050 beginnen.

Greenpeace kritisiert den Gesetzentwurf, weil er sich einseitig auf die tiefengeologische Lagerung konzentriert, obwohl weltweit alle unterirdischen Atom- und Giftmüllkippen entweder schon beschädigt sind oder zumindest große Probleme haben. Wir fordern: Alternative Lagerkonzepte müssten geprüft werden.

Erinnerung an Fukushima-Katastrophe 2011

Der 11. März 2011 ging als einer der schlimmsten Schicksalstage Japans in die Geschichte ein. Eine Dreifach-Katastrophe suchte das Industrieland heim: Ein Erdbeben in bisher nie dagewesener Stärke 9,0, ein gewaltiger Tsunami und – dadurch ausgelöst – ein atomarer Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mit fatalen Folgen.

Die bis zu 15 Meter hohe Tsunamiwelle überspülte einen 1000 Meter breiten Landstrich an der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu. Das Wasser brach auch über das AKW mit seinen sechs Atomreaktoren herein – der Beginn einer nuklearen Katastrophe. Große Teile der japanischen Landesfläche wurden rund um Fukushima Daiichi kontaminiert. Mehr als 18.000 Menschen verloren durch Erdbeben und Tsunami ihr Leben, 160.000 mussten aufgrund der radioaktiven Verseuchung evakuiert werden.

Mehr dazu: www.greenpeace.de/energiewende-japan

Mehr dazu: Japans Atomkrise -Jahr vier Statusreport: Die Atomkatastrophe von Fukushima Daiichi

Pressetexte

  • PDF icon Pressemitteilung vom 10. März 2017PDF |286.17 KBGreenpeace Mülheim-Oberhausen ruft in Mülheim zur fiktiven Suche nach Atommüll-Endlager auf. Infostand und Erinnerung an AKW-Katastrophe in Fukushima am Samstag, 11. März 2017, 10 bis 13 Uhr am Kurt-Schumacher-Platz