Umweltfreundliche Weihnachten

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Ist das alljährliche Weihnachtsfest eine ökologische Katastrophe? Oder kann man Weihnachten auch umweltfreundlich zelebrieren? Was soll man schenken wenn man schon alles hat? Und wohin mit dem ganzen Verpackungsmüll? Greenpeace Mülheim-Oberhausen gibt ein paar Tipps.

Schon mit wenigen kleinen Änderungen können Sie große Wirkung in Sachen Umwelt- und Klimaschutz bewirken. Mit unseren Tipps und Ideen möchten wir Ihnen ein paar Anregungen geben, wie Sie Ihre Weihnachtsfeiertage nachhaltiger und umweltschonender gestalten können. Nehmen Sie das Fest der Liebe wörtlich, auch für Klima und Umwelt!

Tipp 1: Umweltfreundliche Geschenke & Verpackungen

Alljährlich fallen zum Weihnachtsfest die Hüllen der Geschenke - und werden nach nur wenigen Minuten des Auspackens zum Müllproblem. Deutschland verbraucht nach den USA, China und Japan die viertgrößte Menge an Papier: Im Jahre 2010 lag der Verbrauch von Papier, Pappe und Karton in Deutschland bei 242,9 kg pro Einwohner - Tendenz steigend. Doch unser Papierverbrauch kostet immense Waldflächen.
Unser Tipp: Verpacken Sie Ihre Geschenke mit umweltfreundlichen Papieren wie Recyclingpapieren und natürlichen Materialien wie Bast, Wolle, Tannenzweigen, Papier- und Stoffresten. Diese Stoffe sind nachwachsend und zu 100% biologisch abbaubar. Auch aus Produktverpackungspapieren (Schokolade etc.) und Getränkeverpackungen lassen sich verblüffend schöne Verpackungsaccesoires wie zum Beispiel Weihnachtssterne basteln. Im Internet finden sich zahlreiche Bastelanleitungen dazu. Und gibt es etwas schöneres als eine persönlich gestaltete Verpackung, mit einem guten Gewissen obendrauf?

Vor allem Plastik wird zu einem immer größerem Abfallproblem. Es verrottet je nach Plastikart erst nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Viele Produkte erhalten jedoch immer größere Plastikverpackungen, auch die Plastiktüte gehört zu den Problemabfällen: Von den weltweit jährlich bis zu 240 Millionen Tonnen produziertem Plastik landen nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen mehr als 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen. Doch auch an Land werden Plastikverpackungen zu einem immer größeren Müll- und Gesundheitsproblem.
Unser Tipp: Verzichten Sie bei Ihren Weihnachtseinkäufen auf unnötige Plastikumverpackungen. Fragen Sie nach Alternativen zur Plastiktüte (z.B. Papiertüte) oder nutzen Sie Mehrwegtaschen und Einkaufkörbe bei Ihrer Shoppingtour. Suchen Sie nach Alternativen, bevor Sie ein Geschenk aus Plastik kaufen; bevorzugen Sie nachwachsende und biologisch abbaubare Rohstoffe. Sie werden erstaunt sein, wieviele Plastikprodukte sich durch natürliche Materialien ersetzen lassen! Mittlerweile gibt es sogar schon Computertastaturen aus Holz und geschmackvolle Handytaschen aus Baumwolle oder Filz.

Tipp 2: Giftfreie Weihnachtsbäume

Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich in Deutschland verkauft. Etwa 10 Prozent davon werden importiert, vor allem aus Dänemark, aber auch aus den Niederlanden, Irland, Österreich, Polen und Tschechien. Gerade mal 15 Prozent aller in Deutschland gehandelten Weihnachtsbäume werden noch von Waldbetrieben verkauft. Aber auch diese Bäume stammen häufig nicht mehr aus dem Wald, sondern wachsen in Monokulturen auf sogenannten Sondernutzungsflächen, auf denen sie häufig mit Pestiziden behandelt werden. Also wenn schon Weihnachtsbäume, dann bitte aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaum- kulturen!
Unser Tipp: Überlegen Sie für sich, ob es überhaupt sinnvoll und nachhaltig ist, einen Baum zu fällen, der nach kurzer "Nutzungsdauer" im heimischen Wohnzimmer dann auf dem Müll landet. Ein Weihnachtskranz aus Tannengrün ist ebenso festlich und für ihn musste nicht gleich ein ganzer Baum gefällt werden. Sollten Sie sich dennoch für einen Weihnachtsbaum entscheiden, dann sollte er aus ökologischer und nachhaltiger Waldwirtschaft stammen. Bei einigen Anbietern können Sie Ihren Baum sogar selbst aussuchen und schlagen. Woher Sie solche "Öko-Weihnachtsbäume" bekommen, erfahren Sie auf der brandaktuellen Anbieterliste von Robin Wood

Tipp 3: Bäume pflanzen statt absägen

Wer einem Baum lieber das Leben schenken möchte und sinnvolle Wiederauf- forstungsprojekte unterstützen will, der ist mit dieser Geschenkidee bestens beraten: Verschenken Sie einen Baum! Und wer nicht selber den Spaten in die Hand nehmen möchte, der kann dies auch symbolisch oder virtuell tun
Unser Tipp: Auf der Website Oxfam unverpackt kann man 10 junge Bäume für ein Problemgebiet im Kongo spenden und verschenken. Die Bäume sollen gute Ernten sicherstellen, indem sie genug fruchtbaren Boden auf den Feldern halten. Doch auch in Deutschland wird fleißig gepflanzt. Die kleine Organisation I plant a tree forstet insbesondere in ehemaligen "Umweltproblemzonen" und in Schutzgebieten mit heimischen Baumarten wieder auf. Das Schöne daran: Sie können selbst wählen, wo ihr verschenkter Baum gepflanzt werden und welche Baumart es sein soll. Auch wird die dadurch gebundene Menge an CO2 für Sie berechnet. Schon ab 4 EUR pro Baum sind Sie dabei und schenken so der Natur neues Leben. Das Zertifikat lässt sich individualisieren und ist eine super Geschenkidee!

Tipp 4: Geschenke mit Herz und Sinn

Viele Menschen stehen jedes Jahr vor der immer wiederkehrenden Frage: Was soll ich bloß an Weihnachten verschenken? Oft greift man dann halbherzig zu irgendwas, bloß um nicht ohne Geschenk dazustehen. Verschenken um des Schenkens willen ist etwas Schönes und bereitet zweifelsohne Freude. Doch Hand aufs Herz: Abgesehen von ein paar wenigen Herzenswünschen haben die meisten Menschen hierzulande bereits alles was sie brauchen und darüber hinaus. Und doch gibt es Geschenke, die Sinn machen und dem Beschenkten sicher Freude bereiten.
Unser Tipp: Die meisten Menschen im Ruhrgebiet sind Berufspendler und nutzen an den Wochenenden gern die Kulturangebote der benachbarten Städte. Oft wird die Freude an der Mobilität jedoch durch überfüllte Straßen, Staus und Autoabgase geschmälert. Verschenken Sie doch mal ein Jahresabo für Öffentliche Verkehrsmittel des VRR für Mülheim, Oberhausen oder gleich das ganze Ruhrgebiet! Das Verkehrsnetz der Öffentlichen ist im Ruhrgebiet vielerorts erstaunlich dicht und gut frequentiert, oft erreichen Sie in wenigen Minuten die Nachbarstädte und stehen schon mitten im Zentrum. An Wochenenden, Feiertagen und wochentags nach 19 Uhr fährt eine zweite Person sogar kostenlos mit.
Es geht auch gänzlich unmateriell. Schenken Sie sich und Ihrer Familie anstelle von materiellen Dingen etwas, das im Alltagsleben oft viel zu kurz kommt: Zeit.
Schenken Sie sich gemeinsame Zeit, unternehmen Sie zusammen einen Ausflug, schenken Sie sich ein verlängertes Wochenende, ein Frühstück im Bett, einen gemeinsamen Konzertbesuch... Der oder die glückliche Beschenkte wird sich an ein solches Geschenk länger und lieber erinnern als an jedes gekaufte Geschenk, weil es so viel kostbarer ist.

Greenpeace Mülheim-Oberhausen wünscht grünfriedliche Weihnachten!

 

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