Protest für Bienenschutz

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Greenpeace-Aktivisten haben heute in Duisburg, Oberhausen und Mülheim vor den Baumärkten Praktiker in der Duisburger Straße und toom Baumarkt am Förderturm und in der Max-Peters-Straße gegen den Verkauf von Insektenvernichtungsmitteln protestiert, die lebensgefährlich für Bienen sind.

In 50 deutschen Städten protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen die drei Baumarktketten Obi, Praktiker und toom.

Während die drei Unternehmen die Gefahr ignorieren, hat Bauhaus bereits reagiert: Ab September will das Unternehmen einige der Pestizide nicht mehr verkaufen. Die Aktivisten bauten vor den Baumarkt-Filialen einen Tatort um tote Bienen auf: Sie sprühten Bilder lebloser Bienen auf den Asphalt und markierten den Tatort mit Kreide. „Pestizide töten Bienen!“ war daneben zu lesen. „Wer Bienenkiller verkauft, ist mitverantwortlich für das Bienensterben. Wir fordern die Baumärkte auf, Pestizide sofort aus den Regalen zu nehmen“, sagt Jana Saure von Greenpeace MH/OB.

Das Unternehmen Bauhaus hat zugesagt, ab September keine Produkte mehr zu verkaufen, in denen die drei Neonicotinoide Imidiacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam, sowie die Wirkstoffe Deltamethrin und Chlorpyrifos enthalten sind. „Mit diesem ersten Schritt zeigt Bauhaus, dass sie Pestizide aus den Regalen verbannen können. Jetzt müssen Obi, Praktiker und toom nachziehen“, sagt Jana Saure.

Viele der verkauften Pestizide sind eindeutig als gefährlich für Bienen eingestuft, wie zum Beispiel die Mittel Lizetan von Bayer oder Axoris von Compo. Pestizide stören den Orientierungssinn und das Gedächtnis der Bienen, sie finden keine Nahrung und nicht zurück in den Bienenstock. Dies kann zum Kollaps ganzer Bienenvölker führen. Dabei gibt es natürliche Alternativen: Läuse etwa können mit Brennesseljauche behandelt werden, Schnecken mögen keinen Lavendel.

Ein Drittel der Bienenvölker stirbt pro Jahr
Vor dem Hintergrund des weltweiten Bienensterbens ist ein sofortiger Verkaufsstopp dieser Insektenvernichtungsmittel dringend erforderlich. In den letzten Jahren starben allein in Deutschland pro Jahr etwa ein Drittel der Bienenvölker. Etwa dreißig Prozent unserer Nahrungsmittel hängt von der Bestäubung ab. Der starke Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft ist neben Faktoren wie Klimawandel, Parasiten und Krankheiten ein wichtiger Grund für das Bienensterben – und am leichtesten zu beheben.

Greenpeace identifiziert in dem kürzlich veröffentlichten Bienen-Report sieben für Bienen gefährliche Pestizide, die sofort verboten werden sollen. Drei der Wirkstoffe –Imidiacloprid und Clothianidin von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta – hat die EU ab dem 1. Dezember 2013 verboten. Im Ausland verzichten Gartencenter und Baumärkte – wie Homebase in Großbritannien, Migros in der Schweiz sowie Bellaflora in Österreich – auf den Verkauf einiger oder sogar aller für Bienen gefährlicher Produkte.

Weiterführende Links

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